25 Jahre AIDS-Hilfe Düsseldorf
16.09.2010, ein Bericht von Randi Blöcker, Sascha Sporschill, Silke Lauenroth
Vor einigen Wochen wurde die Sängerin Nadja Benaissa zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, weil sie einen Sexualpartner mit dem HI-Virus angesteckt hat. Mit dem starken Medieninteresse an dem Prozess ist das Thema Aids derzeit wieder in den Schlagzeilen. Wie sehr die Krankheit jedoch aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden war, belegen Zahlen, dass nur noch ein Drittel der Deutschen Aids für eine der gefährlichsten Krankheiten hält. Vor zehn Jahren waren es dagegen 60 Prozent. Aufklärung und Hilfe für Betroffene hat sich die AIDS-Hilfe Düsseldorf zur Aufgabe gemacht. Und das seit mittlerweile 25 Jahren.
“Ich bin Kathi, ich bin 49 Jahre alt und bin jetzt seit 21 Jahren HIV-positiv getestet.” Ihre Lebensgeschichte hat Kathi Feldner in den letzten zehn Jahren schon oft erzählt. Denn so lange arbeitet sie bereits ehrenamtlich für die AIDS-Hilfe Düsseldorf. Aufklärung über die Immunschwächekrankheit ist eine der zentralen Aufgaben der AIDS-Hilfe. Vor allem Präventionsveranstaltungen an Schulen oder in Jugendfreizeiteinrichtungen sollen dabei helfen, Jugendliche und junge Erwachsene auf das Thema aufmerksam zu machen. Denn die Unkenntnis und Unsicherheit im Umgang mit HIV-Infizierten ist nach wie vor groß.
Ängste zu nehmen, ist daher ein Ziel der AIDS-Hilfe Düsseldorf. Und das nicht nur bei gesunden Menschen, sondern auch bei Betroffenen. Seit 25 Jahren ist die AIDS-Hilfe Düsseldorf Anlaufstelle für HIV-Infizierte. Neben psychologischer Beratung bietet sie Menschen mit Aids auch Betreuung und ambulante Pflege an. Bessere Medikamente und Therapiemöglichkeiten haben das Leben mit der Immunschwächekrankheit in den letzten 25 Jahren stark verändert. Düsseldorf zählt allerdings zu den besonders stark durch HIV und Aids betroffenen Städten. In NRW leben nur in Köln mehr Menschen mit der Krankheit. Auch wenn sich die Lebensqualität der Betroffenen in den vergangenen Jahren verbessert hat, entbehrlich ist die Arbeit einer Einrichtung wie die der AIDS-Hilfe Düsseldorf aber nach wie vor nicht. Doch um ihre Arbeit und die ihres Spezialpflegedienstes ist die AIDS-Hilfe neben der öffentlichen Förderung auch auf Spenden angewiesen - und zwar in Höhe von 340.000 Euro im Jahr.