Gefahr durch Eichenprozessionsspinner
18.06.2010, ein Bericht von Julia Repke
Der bei Spaziergängern und Joggern beliebte Rheinuferweg in Wittlar wurde vor wenigen Tagen durch das Ordnungsamt gesperrt. Der Grund: gesundheitliche Gefahren durch Nesselhaare des Eichenprozessionsspinners. Im Mai und Juni bildet sich das dritte Larvenstadium des Nachtfalters. Diese sind für den Menschen besonders gefährlich.
Sie werden bis zu 5 Zentimeter lang und sind übersät mit kleinen, leicht abbrechenden Härchen – die Larven des Eichenprozessionsspinners. Auch wenn sie harmlos aussehen, können sie dem Menschen gefährlich werden. Denn bei Kontakt mit ihnen, lösen die giftigen Raupen bei vielen Menschen Hautausschläge oder Bindehautentzündungen aus. Und auch die Atemwege können erkranken.
Der „Eichenprozessionsspinner“ war lange Jahre nicht mehr in der Region aufgetreten. Das Gartenamt registriert jährlich rund zehn befallene Bäume an Wegen, in Grünanlagen und auch auf Friedhöfen. Bisher handelt es sich nur um Einzelfälle. Jetzt scheint sich der Schädling allerdings wieder von Holland und dem Niederrhein in Richtung Düsseldorf auszubreiten.
So steht zurzeit in Wittlaer ein besonders stark befallener Baum in einem privaten Garten direkt am Rheinufer. Da sich dieser sehr nah am Weg befindet, sind auch Spaziergänger gefährdet. Verantwortlich für die Entfernung der gefährlichen Tiere ist die Hausbesitzerin selbst. Das gestaltet sich jedoch nicht so einfach, da sehr unterschiedliche Techniken bei der Larvenentfernung gibt. Die Brennhaare der Larve brechen leicht ab und werden durch den Wind verteilt. Deswegen musste ein Teil des nahe gelegenen Rheinuferweges gesperrt werden. Trotz der Gefahr, halten sich jedoch wenige Passanten an das Verbot. Viele missachten das Sperrschild und setzten ihren Spaziergang ungehindert fort. Dies ist jedoch nicht ganz ungefährlich. Ist man einmal mit den Raupen oder Nesselhaaren in Berührung gekommen, helfen oft nur Medikamente. Bis die Schädlinge beseitigt sind, bleibt der Rheinuferweg in Wittlar vorerst gesperrt.
Die Stadt Düsseldorf erfasst derweil an Schulen, Kindergärten, Jugendeinrichtungen und Kinderspielplätzen den Eichenbestand im Rahmen eines Katasters. Die Stadtverwaltung geht dabei von Nord nach Süd vor. Die Eichen, auf denen die Raupen leben, werden anschließend durch Experten vom Gartenamt in Augenschein genommen. Treten Nester der Eichenprozessionsspinnerraupen auf, werden diese entfernt. Das Entfernen der Nester ist aufwändig (Einsprühen mit Festiger, Abtrennen, Binden und Absaugen, Entsorgen). Die Raupe kann daher langfristig nicht an allen Eichen im Stadtgebiet beseitigt werden, sondern nur an sensiblen Stellen, die von Kindern oder vielen Erwachsenen frequentiert werden.
Für die Beseitigung auf Privatgrundstücken ist der Eigentümer zuständig!
Privatleute, die Nester der Raupen in Eichenbäumen auf ihrem Grundstück entdecken, können sich bei Feuerwehr, Telefon 3 88 90, oder Ordnungs- und Servicedienst, Telefon 89-94000, melden. Dort gibt es Listen von Firmen, die die Nester auf Privatgrundstücken entfernen.
Erste Hilfe bei Kontakt mit Raupenhaaren
Was ist zu tun, wenn ein Mensch mit den Raupenhaaren des Prozessionsspinners in Kontakt gekommen ist?
- 1. Nicht kratzen – dadurch dringen die Haare tiefer in die Haut ein
- 2. Kleider sofort wechseln
- 3. Gründlich duschen und den Kopf waschen
- 4. Bei Augenkontakt (Entwicklung einer Bindehautentzündung): sofort den Augenarzt aufsuchen!
- 5. Bei Atemnot: sofort einen Arzt aufsuchen!
Bei geringfügiger Ausprägung von Hautsymptomen sind meist keine Gegenmaßnahmen erforderlich. Es besteht die Möglichkeit, eingedrungene Haare mit Hilfe der Klebeseite von Pflasterstreifen zu entfernen. Die Hautirritationen bilden sich unbehandelt zurück. Achtung: Nicht nur der direkte Kontakt mit den Raupen oder den Raupennestern, sondern auch der Aufenthalt in der Umgebung befallener Bäume kann zu Kontakt mit den Haaren führen: Die Haare können über den Wind in der näheren Umgebung von befallenen Bäume verbreitet werden. Als Reaktion des Körpers kommt es sechs bis acht Stunden nach Kontakt zu einer geröteten juckenden Entzündung der Haut. Bei Augenkontakt entwickelt sich eine Bindehautentzündung. Die Symptome halten gewöhnlich zwei Tage an, können aber auch über Wochen fortbestehen. Fragen zum Thema beantwortet das Gesundheitsamt unter Telefon 89-96971 oder 89-96090.