Grünes Licht für Sozialticket

30.03.2010, ein Bericht von Silke Lauenroth

R(h)einsicht: Grünes Licht für Sozialticket

Schon lange haben die Düsseldorfer Politiker immer wieder über die Einführung eines Sozialtickets diskutiert. Bisher wurden entsprechende Anträge im Stadtrat jedoch abgelehnt. Doch nun hat der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr, zu dem auch die Rheinbahn gehört, ein Sozialticket beschlossen.

Der entscheidende Schritt zur Einführung eines Sozialtickets ist gemacht: der Verwaltungsrat des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr hat am 25. März beschlossen, dass es zum 1. Januar 2011 im Verbundgebiet ein Sozialticket geben wird.

Lange schon hatten soziale Initiativen in Düsseldorf, wie zum Beispiel die Obdachlosen-Hilfe „fiftyfifty“, für die Einführung eines solchen Angebots gekämpft. Auch die Düsseldorfer Grünen hatten während des Kommunalwahlkampfes 2009 ein Sozialticket gefordert. Im Stadtrat hatte es jedoch dafür bisher keine Mehrheit gegeben. Der Grünen-Politiker und stellvertretende Vorsitzende des VRR-Verwaltungsrates, Norbert Czerwinski, ist entsprechend froh über die nun getroffene Entscheidung. Schließlich stehe Hartz-IV-Empfängern monatlich nur etwa 11 Euro für den ÖPNV zur Verfügung und damit sei kein reguläres Monatsticket finanzierbar.

Anspruch auf ein Sozialticket sollen neben Hartz-IV-Empfängern auch Geringverdiener haben. In Düsseldorf wären das insgesamt etwa 70.000 Menschen. Doch noch ist unklar, was das Ticket kosten soll und wie es finanziert wird. Offene Fragen, die der VRR nun durch eine Marktforschungsanalyse klären lassen will. Deshalb verschiebt sich auch der Einführungstermin vom ursprünglich geplanten 1. August 2010 auf den 1. Januar 2010.

Von der Düsseldorfer Rheinbahn gab es zu dem Thema heute keine Stellungnahme. Doch sehr erfreut dürfte man hier nicht über den VRR-Beschluss sein. Schließlich befürchtet das Verkehrsunternehmen erhebliche Mehrkosten.

Norbert Czerwinski hält diese Sorgen jedoch für unbegründet. Er rechnet damit, dass sich das Sozialticket durch Neukunden und dementsprechend durch neue Einnahmen finanzieren lässt.
Ob die übrigen Fahrkarten wegen des Sozialtickets teurer werden, ist aber noch nicht entschieden. Die vom VRR ursprünglich geplante Tariferhöhung zum 1. August ist zumindest erst einmal verschoben.

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