Hilfe für Opfer von häuslicher Gewalt

29.09.2010, ein Bericht von Silke Lauenroth

R(h)einsicht: Hilfe für Opfer von häuslicher Gewalt

Jede vierte Frau im Alter zwischen 16 und 85 Jahren wird in Deutschland Opfer häuslicher Gewalt. Trotz dieser hohen Fallzahlen ist das Thema in der Öffentlichkeit häufig immer noch ein Tabu. Aus Schamgefühl oder Angst versuchen viele Frauen, die körperliche oder sexuelle Gewalt durch ihren Partner erfahren haben, ihre Situation vor Freunden und Nachbarn zu verheimlichen. Anonyme Hilfe für Betroffene bietet in Düsseldorf zum Beispiel die Frauenberatungsstelle. Seit 2002 gibt es dort ein Krisentelefon.

Geschlagen, gedemütigt, vergewaltigt – und das durch den eigenen Partner. Ein Erlebnis, das jede vierte Frau in Deutschland macht. Eine Anlaufstelle für Betroffene ist in Düsseldorf die Frauenberatungsstelle. Im vergangenen Jahr wurden hier 350 Frauen betreut, die Opfer von häuslicher Gewalt geworden sind. Und die kann sich in vielen Formen äußern: Von verbalen Demütigungen bis hin zu körperlichen und sexuellen Übergriffen.

Häusliche Gewalt kann jede Frau treffen, ganz unabhängig von sozialer Herkunft und Bildungsstand. In manchen Fällen dauert es Jahre, bis Betroffene sich ihrer Situation tatsächlich bewusst werden. Wohl auch ein Grund, warum sich viele Frauen nicht von ihren gewalttätigen Partnern trennen.
Doch eine von Gewalt geprägte Beziehung hinterlässt Spuren - körperliche und psychische. Eine zusätzliche Belastung ist es außerdem, das Bild einer intakten Beziehung nach außen aufrecht zu erhalten.

Um aus dieser Situation herauszukommen, bietet das Krisentelefon der Frauenberatungsstelle eine erste anonyme Hilfe. Es ist täglich von 10 bis 22 Uhr unter der Nummer 0211 - 68 68 54 erreichbar.
Ein weiteres Hilfsangebot bietet die Rechtsmedizinische Ambulanz für Gewaltopfer an der Düsseldorfer Uniklinik. Auch wer keine Polizei einschalten möchte, kann hier ein rechtsmedizinisches Gutachten erstellen und seine Verletzungen dokumentieren lassen. Das Gutachten wird aufbewahrt für den Fall, dass sich die Betroffene möglicherweise nach Jahren doch entscheidet, Anzeige zu erstatten.

Die Hilfsangebote sind in den vergangenen Jahren also immer opferzentrierter und damit niedrigschwelliger geworden. Allerdings müssen sie auch finanziert werden. Die Düsseldorfer Frauenberatungsstelle selbst wird zwar von Stadt und Land unterstützt, das Krisentelefon jedoch allein über Spenden finanziert. Mindestens 15.000 Euro werden dafür jedes Jahr benötigt.

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