Schutz gegen Einbrecher

23.10.2009, ein Bericht von Günther Schuhmacher

R(h)einsicht: Schutz gegen Einbrecher

Ein Einbruch in die eigenen vier Wände bedeutet für viele Menschen einen großen Schock. Dabei machen den Betroffenen die Verletzung der Privatsphäre, das verlorene Sicherheitsgefühl oder auch schwer wiegende psychische Folgen mehr zu schaffen, als der rein materielle Schaden. Dass man sich davor schützen kann, zeigt die Erfahrung der Polizei. Gerade jetzt, mit Beginn der dunklen Jahreszeit, wird wieder darauf hingewiesen, wie sie sich gegen ungebetenen Gäste wappnen können.

Außentüren

  • Auch wenn Sie Haus oder Wohnung nur kurzzeitig verlassen: Ziehen Sie die Tür nicht nur ins Schloss, sondern schließen Sie sie auch immer zweifach ab.

  • Verstecken Sie Ihren Haus- oder Wohnungsschlüssel niemals draußen. Einbrecher kennen jedes Versteck.

  • Wenn Ihnen Ihr Schlüssel abhanden gekommen ist, wechseln Sie umgehend den Schließzylinder aus.

  • Lassen Sie bei einer Tür mit Glasfüllung den Schlüssel niemals innen stecken.

  • Öffnen Sie auf Klingeln nicht bedenkenlos, und zeigen Sie gegenüber Fremden ein gesundes Misstrauen. Nutzen Sie den Türspion und den Sperrbügel (Türspaltsperre).

  • Guten Einbruchschutz bieten geprüfte einbruchhemmende Türen nach DIN V ENV 1627 ab Widerstandsklasse 2.

  • Fenster, Balkon- und Terrassentür

  • Verschließen Sie die Fenster, Balkon- und Terrassentüren auch bei kurzer Abwesenheit.

  • Vorsicht! Gekippte Fenster sind offene Fenster und von Einbrechern leicht zu öffnen.

  • Rollläden sollten zur Nachtzeit – und keinesfalls tagsüber – geschlossen werden, damit sie nicht sofort ihre Abwesenheit signalisieren.

  • Abschließbare Fenstergriffe sind nur in Verbindung mit einbruchhemmendem Fensterbeschlag sinnvoll.

  • Fenster werden häufig aufgehebelt. Einen guten Schutz bieten einbruchhemmende Fensterbeschläge oder Zusatzsicherungen.

  • Häufig gekippte Fenster können mit einem Gitter gesichert werden.

  • Rollläden haben in aller Regel keine einbruchhemmende Wirkung und sollten zumindest gegen Hochschieben gesichert werden.

  • Gitterroste von Kellerlichtschächten sollten wenigstens mit speziellen Abhebsicherungen gesichert werden.

  • Grundstück

  • Verschließen Sie Gartentore auch tagsüber.

  • Vermeiden Sie dichte Bepflanzungen vor dem Haus.

  • Beleuchten Sie einbruchgefährdete Bereiche.

  • Verlegen Sie Telefonleitungen unterirdisch.

  • Beseitigen Sie künstliche Aufstiegshilfen.

  • Wertsachen

  • Lassen Sie Wertsachen nicht offen herumliegen.

  • Wichtige Dokumente und wertvolle Gegenstände (Gold, Schmuck etc.) gehören ins Schließfach Ihrer Bank.

  • Nutzen Sie für zu Hause ein verstecktes, fest verankertes Wertbehältnis.

  • Kennzeichnen Sie Ihre Wertgegenstände und erfassen Sie die wichtigsten Daten in einer Wertsachenliste, die Sie bei Ihrer (Kriminal-)Polizeilichen Beratungsstelle erhalten.

  • Fertigen Sie Farbfotos an.

  • Alarmanlagen

  • Fachgerecht montierte Einbruchmeldeanlagen für die Außenhaut- und Raumüberwachung können mechanische Sicherungen zwar nicht ersetzen, aber sinnvoll ergänzen. Ihr Vorteil: Sie erhöhen das Entdeckungsrisiko für den Einbrecher. Holen Sie sich vor Einbau einer Meldeanlage unbedingt Rat bei Ihrer (Kriminal-) Polizeilichen Beratungsstelle. Diese finden Sie hier.

  • Neben dem akustischen und optischen Alarm ist auch eine stille Alarmierung möglich und sinnvoll, also die Alarm-Weiterleitung zu einer Hilfe leistenden Stelle.

  • Vermeiden Sie Falschalarme. Bei zu häufigen Falschalarmen verliert die Einbruchmeldeanlage ihre „Glaubwürdigkeit“.

  • Nachbarschaftshilfe

  • Pflegen Sie den Kontakt zu Ihren Nachbarn – dann haben Einbrecher kaum eine Chance.

  • Achten Sie auf Gefährdungen und verdächtige Situationen.

  • Halten Sie in Mehrfamilienhäusern Keller- und Bodentüren stets geschlossen – ebenso den Eingang (auch tagsüber!).

  • Prüfen Sie, wer ins Haus will, bevor Sie den Türöffner drücken.

  • Achten Sie auf Fremde im Haus oder Nachbargrundstück und sprechen Sie sie an.

  • Sorgen Sie dafür, dass die Wohnung länger abwesender Nachbarn einen bewohnten Eindruck vermittelt, z.B. durch Leeren des Briefkastens.

  • Alarmieren Sie bei Hilferufen, einer ausgelösten Alarmanlage und dringenden Verdachtsfällen über Notruf 110 sofort die Polizei.

  • Der Notruf ist von jedem öffentlichen Fernsprecher kostenlos – bei Handy auch ohne Karte.

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