Stadtquiz: Auflösung Folge 6
27.04.2011
Frage 6: Welche literarische Figur hat sich in Düsseldorf selbst bei lebendigem Leib als „herrliche Leiche“ sehen können?
Antwort: Schneider Wibbel
Ein Schwank, geschrieben von Hans Müller-Schlösser, der zur Zeit Napoleons 1811 in Düsseldorf spielt. (Schneider-Wibbel-Gasse und -Denkmal.)
Im Juli 1913 im Schauspielhaus (altes Schauspielhaus) uraufgeführt.
Bekannte Schauspieler: Paul Henckels oder Willi Millowitsch (TV)
Details: Autor Müller-Schlösser schrieb die Geschichte vom pfiffigen Schneider, der in der Zeit lebte als Napoleon Düsseldorf besuchte…
Schneider Anton Wibbel betreibt eine Werkstatt in der Altstadt, als Düsseldorf, die damalige Haupt- und Residenzstadt des Großherzogtums Berg, von französischen Truppen besetzt war. Es ist der Vorabend des 2. Novembers 1811 an dem Napoleon Düsseldorf besuchen wollte und Anton Wibbel als Mitglied der Bürgergarde, soll den Kaiser und sein Gefolge während des Besuches in Düsseldorf begleiten.
An diesem Abend aber trinkt er ein wenig zu viel, schimpfte über die Besatzer und gerät in Streit mit einem französischen Beamten, wird der Majestätsbeleidigung angeklagt und soll für einige Wochen ins Gefängnis. Was sollte Meister Wibbel nun tun? Da kam seine Frau Fine auf die Idee, statt Wibbel doch den kränklichen Gesellen Zimpel in die Zelle zu schicken und diesen die Strafe absitzen zu lassen.
Keinem fällt die Täuschung auf und Zimpel wandert ins Gefängnis, Wibbel versteckt sich in der Wohnung. Der arme Kerl stirbt nun leider in der Haft und wird mit einem Leichenzug zu Grabe getragen. Aus seinem Versteck heraus kann der echte Wibbel nun seine eigene Beerdigung verfolgen. Der berühmte Ausspruch des Schneidermeisters lautet daraufhin:
„Wat bin ich ne herrliche Leich’!“ Damit Wibbel aber wieder aus seinem Versteck heraus kann, kehrt er als sein Bruder Jean-Baptist nach Düsseldorf zurück und heiratet seine Frau zum zweiten Mal.
Das Theaterstück wurde am Düsseldorfer Schauspielhaus am 14. Juli 1913 uraufgeführt.
Auch an der Ecke zur Bolker Straße befinden sich Stein- und Relief-Motive zum „Schneider Wibbel“. In der Hausbrauerei „Uerige“ ist eine ganze Gaststube dem Thema „Wibbel“ und „Müller-Schlösser“ mit Fotos und Zeichnungen gewidmet.