Wehrhahn-Linie: Tunnelbohrer ist startbereit
02.03.2010, ein Bericht von Silke Lauenroth
Die erste große Etappe beim Bau der Wehrhahn-Linie ist erreicht. Nachdem am 1. März die Tunneltaufe stattfand, hat die Tunnelbohrmaschine einen Tag später ihren Betrieb am Startschacht in Bilk aufgenommen. Bevor es jedoch so weit war, haben wir hinter die Kulissen des 65 Meter langen Tunnelbohrers geblickt.
Vom Steuerstand aus setzt Schildfahrer Michael Kolmsee die Tunnelbohrmaschine in Bewegung. Auch wenn es sich um einen 1.300-Tonnen-Koloss handelt, für diese Arbeit ist Fingerspitzengefühl gefragt. Denn Tunnelbohrer Tuborine muss millimetergenau bewegt werden. Besonders am Anfang des Startschachtes wartet auf die Arbeiter die größte Herausforderung. Die Tunnelbohrmaschine muss erst noch in die richtige Position gebracht werden, und zwar von derzeit 17 Metern unter der Oberfläche auf 22 Meter Tiefe. Außerdem muss Tuborine eine Kurve nehmen, bevor es bis zur Benrather Straße nur noch geradeaus geht.
Damit der Tunnelbohrer am Mittwoch ohne Probleme durch die Betonwand durchfahren kann, wurden heute erst einmal einige Testläufe durchgeführt. Außerdem wurde der erste so genannte Blindring gebaut. Über 12.000 Betonteile, so genannte Tübbings, wird die Maschine zu Ringen zusammensetzen. Sie dienen zum Abstützen, damit sich Tuborine durch das Erdreich pressen kann.
Derzeit läuft also alles nach Zeitplan. Gründe für einen Baustopp sieht Projektleiter Gerd Wittkötter nicht – trotz der in der vergangenen Woche bekannt gewordenen Unregelmäßigkeiten beim Bau der Wehrhahn-Linie. Schließlich habe der Einsatz des Tunnelbohrers nichts mit den Schlitzwänden zu tun, bei denen möglicherweise gepfuscht wurde.
Sollte alles nach Plan laufen, wird die Tunnelbohrmaschine nach 1.310 Metern Fahrt im Oktober die Benrather Straße erreichen. Danach wird Tuborine erst einmal zerlegt, bevor die Maschine am Corneliusplatz ihren Betrieb wieder aufnimmt. Im Jahr 2015 soll der Fahrbetrieb der Wehrhahn-Linie starten.